Wer sich schon einmal mit Sumatra beschäftigt hat, hat wahrscheinlich schon von den berühmten Orang-Utan Treks gehört. Sumatra gehört, zusammen mit Borneo, zu den letzten Orten an welchen noch freilebende Orang-Utans zu finden sind.

Auf der Fahrt nach Bukit Lawang kommt man erst einmal an einer Palmöl Plantage nach der anderen vorbei. Wenn man bedenkt, dass Sumatra eine der grünen Lungen unseres Planeten darstellt und eigentlich Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten ist, stimmt einen dies erst einmal traurig. Die Fahrt dauert rund vier Stunden und kostet, je nach Reiseart, 300.000-600.000IDR. Ich entschied mich ein Grab Car zu mieten und mir die Kosten mit einem Pärchen zu teilen.

Bucht man bereits vor der Anreise ein Hotel, wird am Bus Terminal von Bukit Lawang auf einen gewartet. Die netten Herren vom Hotel begleiten einen und bringen die schweren Koffer in die Zimmer. Anschließend buchten wir unsere Orang-Utan Trekking Tour. Diese kostet für drei Tage und zwei Nächte 110 Euro. Wer auf dem Fluss zurück raften will zahlt zusätzlich noch einmal 10 Euro. Da die Tubes von den Einheimischen circa zwei Stunden ins Camp getragen werden, finde ich dies jedoch mehr als gerechtfertigt 🙂 !

Hier eine kleine Packliste für den Trek:

-Festes Schuhwerk (es kann sehr rutschig werden) und Badelatschen

-Saubere, luftige Kleidung

-Badesachen für das Rafting

-Toilettenpapier

-Hygieneartikel

-Eine Plastiktüte ( die feuchte Kleidung trocknet manchmal nicht schnell genug)

Am nächsten Morgen ging es dann auch schon los! Unsere Guides hießen Saba und Sampan und gehören zum Junia Guesthouse. Vorbei an Kautschuk Plantagen ging es in Richtung Regenwald. Hier begegnen einem wahrscheinlich schon die ersten Affen.

Thomas Monkey

So sahen wir bereits nach wenigen Minuten unseren ersten Orang-Utan! Leider hatte diese Begegnung einen bitteren Beigeschmack. So tummelten sich rund 20 Touristen um das Tier und hielten ihm ihre Handys unter die Nase.

Der erste Orang-Utan

Gegen 17 Uhr kamen wir dann im ersten Camp an. Dieses lag direkt an einem kleinen Bach und besaß einen Wasserfall, in welchem gebadet werden konnte. Nach einiger Zeit besuchte uns ein weiterer Orang-Utan. Er fand eine Dose und spielte damit. Leider schnitt der Kleine sich in den Finger und war darüber nicht erfreut. So schüttelte er die Dose und schrie sie an. Abends saßen wir alle gemeinsam beim Essen, beobachteten die Sterne und lauschten den Geräuschen des Dschungels.

Kleiner Wasserfall

Zubereitung des Abendessens

Äffchen im Camp

Am zweiten Tag des Orang-Utan Treks ging es erst einmal steil bergauf. Das schwitzen lohnte sich jedoch, denn wir begegneten Mina, dem berühmten aggressiven Orang-Utan Weibchen, mit ihrem Baby. Da Mina die Nähe der Menschen gewohnt ist, konnten wir wahnsinnig nah an das Tier heran, ein unfassbares Erlebnis. Leider währte der Moment nicht lange, denn Mina war sauer und wollte Essen von unserem Guide. So blieb uns nichts anderes übrig, als vor dem Affen davonzulaufen.

Mina und ihr Baby

Nach ein paar weiteren Stunden, kamen wir im zweiten Camp an. Dieses lag an einem größeren Fluss. Auch hier wartete wieder ein Orang-Utan auf uns. Es war Jacky, die freundliche Orang-Utan Dame war auf der Suche nach etwas zu essen.

Jacky die Orang-Utan Dame

Jacky am Fluss

Auch der zweite Abend im Jungle war unfassbar schön. So kam mir die ganze Szenerie unglaublich surreal vor. Der Himmel war klar und die Sterne gut zu sehen, zeitgleich blitze es – jedoch ohne Ton und um uns herum schwirrten tausende Glühwürmchen. Dazu das plätschern des Flusses und das zirpen der Grillen. Ich kann nicht in Worte fassen wie schön dieser Moment war. Für mich eines der schönsten Dinge die ich in meinem Leben je gesehen habe. Ich empfehle jedem diesen unfassbar tollen Trek!

Sonnenuntergang im Camp

Blick auf unsere Hütte

Sonnenaufgang im Camp