Wer Kambodschas Hauptstadt besucht, wird erst einmal von hohen Gebäuden und relativ sauberen Straßen begrüßt. Alles hier scheint nicht zu alt zu sein. Ein Blick in die Vergangenheit lüftet dieses kleine Geheimnis. So ist ein Besuch im Tuol Sleng Genocide Museum und den Killing Fields fester Bestandteil einer jeden Reise nach Phnom Penh. Ich entschied mich dazu einen Audio Guide zu nutzen, um mehr über das Gefängnis zu erfahren. So kostet der Eintritt mir Audio Guide 8 Dollar*.

Zwischen 1975 und 1979 herrschten die roten Khmer in Kambodscha. So maschierten diese am 17. April 1975 in Phnom Penh ein. Zu diesem Zeitpunkt herrschten in Kambodscha viele Bürgerkriege und die Bevölkerung war froh über den Einmarsch der Truppen. Sie dachten, dass das Leid nun ein Ende hätte, doch dies war weit gefehlt, denn es wurde schlimmer als je zuvor. Das Pol-Pot-Regime hatte die Ansicht, dass die sogenannten „neuen Menschen“, wie beispielsweise Gelehrte, ausgerottet werden sollten. Um eventuelle Rache der Kinder zu unterbinden, wurde hierbei meist gleich die gesamte Familie getötet.  Die „einfachen Menschen“, wie Bauern, durften jedoch zu unmenschlichen Bedingungen weiterleben.

Das S21 Museum unterteilt sich in drei Gebäude. Früher waren diese Gebäude eine Schule, die roten Khmer funktionieren diese jedoch schnell um. Im ersten Gebäude können ehemalige Folterzimmer besichtigt werden. Als das Regime fiel wurden hier die letzten 13 Häftlinge getötet. So hängen in diesen Räumen Bilder der verstorbenen, so wie sie gefunden wurden. Im zweiten Gebäude sind nun Archivbilder der Personen zu finden, die im Gefängnis ihr Leben lassen mussten. Darunter viele Mütter und Kinder. Das letzte Gebäude wurde nur wenig restauriert und befindet sich noch beinahe im Originalzustand. So ist es ein bedrückendes Gefühl, durch die schmalen Gänge zu laufen. In einigen Zellen ist sogar noch etwas Blut zu finden. Da das Gefängnis mich bereits ziemlich getroffen hatte und es leider schon etwas spät war, entschied ich mich nicht zu den Killing Fields zu fahren. Nachdem ich ein paar Geschichten anderer Backpacker gehört hatte, habe ich dies jedoch sehr bereut und empfehle jedem, diese auch noch zu besuchen. Eine Tatsache die ich ziemlich erschreckend fand war, dass die Menschen auf den Killing Fields nie mit Schüssen sondern immer mit Schlägen getötet wurden waren. Anschließend schnitt man ihnen die Kehle durch, um sicher zu gehen. Babys und Kinder wurden hierführ gegen einen Baum geschlagen. Zwischen 750.000- 2 Mio Menschen ließen hier ihr Leben. Kurz vor ende der Herrschaft, zerstörten die roten Khmer die Gebäude der Stadt. Ihr Hass richtete sich gegen alles und jeden. So wurde die Stadt wieder komplett aufgebaut.

„Befragungszelle“ oder eher Folterzimmer

Frau und Baby

Gebäude drei

Natürlich gibt es hier auch schöne Dinge zu sehen. Phnom Penh ist eine wunderschöne kleine pulsierende Metropole und auf jeden Fall einen besuch wert.